Brief an die Aktionäre

Doris Russi Schurter Vizepräsidentin des Verwaltungsrates

Stefan Loacker Vorsitzender der Geschäftsleitung

Sehr geehrte Damen und Herren

Auch im Geschäftsleben liegen Licht und Schatten oft nahe beieinander. Am Ende eines überaus erfolgreichen Geschäftsjahres verstarb der langjährige Präsident des Verwaltungsrates, Erich Walser, am 30. Dezember 2014 unerwartet. Über 35 Jahre prägte Erich Walser – von 1991 bis 2007 als ­Vorsitzender der Geschäftsleitung sowie seit 2003 als Präsident des Verwaltungsrates – mit seiner grossen Gestaltungs- und Schaffenskraft die stetige Entwicklung der Helvetia Gruppe zu einem erfolgreichen europäischen Allbranchen-Versicherer. Erich Walser darf ohne Übertreibung als Baumeister der heutigen Helvetia bezeichnet werden. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Auf der geschäftlichen Seite blickt die Helvetia Gruppe auf ein sehr erfolgreiches Berichtsjahr 2014 zurück. Strategisch konnten wir mit den Akquisitionen von Nationale Suisse und Basler Österreich einen grossen Schritt nach vorne machen:
Die «neue Helvetia» wird Top 3 in der Schweiz, verstärkt ihre Marktposition in Europa und kombiniert mit dem neuen Marktbereich «Specialty Markets» die bewährten ­Stärken beider Häuser. Auch operativ überzeugte unsere Gruppe mit einer sehr guten Geschäfts­entwicklung und konnte den Gewinn weiter steigern.

Das IFRS-Periodenergebnis der Helvetia Gruppe wird nach den Akquisitionen durch temporäre ­Sondereffekte überlagert. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017 stellen wir daher das sogenannte «Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit» in den Vordergrund, um die operative Entwicklung der ­neuen Helvetia Gruppe zu kommentieren. Helvetia steigerte im Berichtsjahr 2014 das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit um 16 Prozent auf CHF 422 Mio. (Vorjahr: CHF 364 Mio.). Auf die übernommenen Gesellschaften entfällt dabei pro rata ein Ergebnisbeitrag in der Höhe von CHF 22 Mio. Auch das Periodenergebnis nach IFRS von CHF 393 Mio. liegt um 8 Prozent über dem Vorjahr. Dieses wurde massgeblich von Akquisitionseffekten beeinflusst.

Die Verbesserung stammt aus dem Nicht-Lebengeschäft und basiert auf einer Ergebnissteigerung aus der Geschäftstätigkeit von 33.3 Prozent auf CHF 255.4 Mio. (Vorjahr: CHF 191.7 Mio.). Grund ­dafür ist ein organisch besseres technisches Ergebnis, zusätzlich unterstützt durch die beiden Akquisitionen. Die Netto Combined Ratio verbesserte sich auf 93.1 Prozent (Vorjahr: 93.6 Prozent). Neben ­einem gewohnt starken Schweizer Heimmarkt realisierten auch alle europäischen Ländermärkte ­eine Combined Ratio von unter 100 Prozent sowie gesamthaft einen erhöhten Ergebnisbeitrag. Das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit des Geschäftsbereichs Leben blieb in einem schwierigen Kapitalmarktumfeld mit CHF 151.2 Mio. (Vorjahr: CHF 152.9 Mio.) weitgehend stabil.

2014 wuchs das Geschäftsvolumen mit 4.4 Prozent in Originalwährung auf CHF 7 766.6 Mio. ­(Vorjahr: CHF 7 476.8 Mio.). Mit CHF 328.1 Mio. lieferten Basler Österreich und Nationale Suisse einen ersten Wachstumsbeitrag. Sowohl das Leben- als auch das Nicht-Lebengeschäft profitierten von den Akquisitionen. Die Konsolidierung der neuen Gesellschaften erfolgte im Abschluss 2014 pro ­rata und wird sich im Geschäftsjahr 2015 vollumfänglich materialisieren. Organisch erhöhte sich das Geschäftsvolumen um 0.3 Prozent (in Originalwährung). Das Nicht-Lebengeschäft legte um 1.4 Prozent zu, während das Lebengeschäft bewusst gedrosselt wurde.

Die Integrationen beider Gesellschaften verlaufen planmässig. Führung, Zielorganisationen sowie ­eine harmonisierte Produktpalette wurden in allen Ländermärkten für die
«neue Helvetia» definiert. Die übernommene Gesellschaft in Österreich tritt mittlerweile ebenfalls unter dem Markennamen «Helvetia» auf. Die neue Vertriebsorganisation startete dort bereits mit dem Verkauf der vereinheitlichten Produktpalette in der Lebensversicherung. Im Rahmen der Integration von Nationale Suisse ist in der Schweiz der gemeinsame Verkaufsstart des erweiterten Geschäftsstellennetzes unter der ­Marke «Helvetia» per 1. Mai 2015 geplant; die Ländermärkte Deutschland, Spanien und Italien folgen schrittweise ab Mitte 2015. In Belgien wurde der bereits durch Nationale Suisse initialisierte Prozess der strategischen Überprüfung mit dem Verkauf von Nationale Suisse Belgien abgeschlossen.

Durch den erfolgreichen Geschäftsverlauf sowie die Übernahmen von Nationale Suisse und Basler Österreich ist das Anlagevolumen der Helvetia Gruppe auf CHF 48.0 Mia. angestiegen (Vorjahr: CHF 39.6 Mia.). 2014 erzielte Helvetia laufende Erträge in der Höhe von CHF 993 Mio. Dies ­entspricht einer direkten Rendite von 2.5 Prozent¹. Einschliesslich des Beitrags der Immobilien betrug die Gesamtperformance attraktive 7.7 Prozent¹ und generierte einen Wertbeitrag von CHF 2.95 Mia. Davon flossen CHF 1.28 Mia. in die Erfolgsrechnung (Vorjahr: CHF 1.16 Mia.).

Helvetia verfügt auch nach den Akquisitionen über eine sehr gute Kapitalposition. Dies äussert sich auch in der Solvenz I, die bei guten 216 Prozent liegt (Vorjahr: 218 Prozent). Wir gehen davon aus, dass die SST-Quote per Ende 2014 auch nach den Akquisitionen voraussichtlich weiterhin im Rahmen der Band­breite von 150 bis 200 Prozent liegen wird. Das Eigenkapital ohne Vorzugspapiere stieg hauptsächlich aufgrund der Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit dem Kauf- und Tauschangebot für Nationale ­Suisse und dem Anstieg in den Bewertungsreserven für Kapitalanlagen auf CHF 4 963.1 Mio. an (Vorjahr: CHF 3 831.2 Mio.). Standard & Poor’s bestätigte nach dem Vollzug der Übernahme von Nationale ­Suisse Ende Oktober 2014 das Rating von Helvetia mit «A» und vergab einen «stabilen Ausblick». Die attraktive Dividendenpolitik wird nun weiter fortgesetzt: Wir werden der Generalversammlung eine um 2.9 Prozent erhöhte Dividende von CHF 18.00 pro Aktie vorschlagen.

Die Helvetia Gruppe blickt auf ein strategisch und operativ erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Integration von Nationale Suisse und Basler Österreich ist auf gutem Weg. Mittel- und langfristig ­ergeben sich dadurch zusätzliche Wachstumschancen, substanzielle Skalen- und Verbundeffekte und ein verbessertes Risikoprofil. Die neu gebildete Versicherungsgruppe hat damit beste Voraussetzungen für eine nachhaltig gesunde Weiterentwicklung.

Ihnen, geschätzte Aktionäre, danken wir für Ihr Vertrauen in die Helvetia.

 

Doris Russi Schurter
Vizepräsidentin des Verwaltungs­rates

          

Stefan Loacker
Vorsitzender der Geschäftsleitung



¹ Direkte Rendite und Anlageperformance infolge unterjähriger Akquisitionen gewichtet.